Die aktuelle Kampagne der AIDS-Hilfen: Ich weiß, was ich tu!

Die aktuelle Kampagne der AIDS-Hilfen: Ich weiß, was ich tu!

So lautet die neueste Kampagne der Aidshilfen und Beratungsstellen in der Bundesrepublik.

Es handelt sich bei der IWWIT Kampagne um die neue HIV- und Gesundheits-Präventationskampagne. Bei dieser Kampagne geht es um Liebe, Lust, Risiken und Chancen.

Heutzutage ist HIV noch längst kein Thema über das in der Welt geschwiegen werden sollte. Es gibt viele Schwule, die keine oder fehlerhafte Schutzstrategien haben. Diese Kampagne soll dazu anregen sich über die Konsequenzen und die richtigen Maßnahmen gegen eine Ansteckung Gedanken zu machen und etwas zu ändern!

Der selbstbewusste Slogan ICH WEISS WAS ICH TU soll die Aufmerksamkeit für alle Themen rund um HIV und andere sexuell-übertragbare Krankheiten erhöhen und so die Informationsbereitschaft ansprechen. Während der Laufzeit der Kampagne sollen mehr als 20 schwule "Rollenmodelle" z.B. in Anzeigen, auf CSDs und Veranstaltungen ihre eigene Sichtweise und ihre ganz persönlichen Geschichten erzählen. Die Sprache dabei ist so deutlich wie nie zuvor, sie will der neuen Sichtweise auf HIV als schwerer, aber behandelbarer chronischer Erkrankung gerecht werden und vor allem Männer wieder untereinander ins Gespräche bringen.

queerportal.de - dein schwuler eventguide - begrüßt und unterstützt diese Kampagne, die kein Blatt vor den Mund nimmt.

Als regionaler Anbieter für Norddeutschland beginnen wir mit der Geschichte zweier Männer, die zusammengefunden haben und glücklich bei uns im Norden leben. Beide kommen aus Oldenburg.

» "Sex ohne Kondom gab's erst nach einem gemeinsamen HIV-Test"

This text will be replaced

Kurz bevor ich mir die zweimonatige Auszeit in London genommen habe, habe ich Maik kennen gelernt. Mein bester Freund hatte mich auf eine Grillparty mitgeschleppt. Die Gastgeber waren Maik und sein damaliger Freund, außerdem war eine Freundin der beiden dabei. Da hatten wir zum ersten Mal richtig Kontakt. Das war ein lustiger Abend, an dem wir dann noch zusammen auf ne Party sind. Als ich aus London wieder da war, habe ich auch Maik wieder gesehen. Und das hat sich dann intensiviert. Zum Beispiel macht er die Deko für eine der schwulen Partys hier und da habe ich ihm geholfen und wir haben Spieleabende gemacht und solche Sachen. Was wir auch gemerkt haben war, dass wir einen nahezu identischen Musikgeschmack haben. Wir haben ganze Abende damit verbracht, gemeinsam CDs durchzuhören und auch sonst haben wir einfach viel miteinander unternommen. Dadurch haben wir uns immer besser kennen gelernt. Auch haben wir uns viele SMS geschrieben und das war dann der große Knall, als sein damaliger Freund eine dieser Nachrichten gelesen hat. Da hatte ich dann ganz schnell eine ziemlich böse Nachricht auf dem Anrufbeantworter.

Ich war halt total verliebt in dieser Zeit und er war eben mit dem anderen zusammen. Meine Freunde hatten mir auch schon geraten, dass ich die Sache besser vergessen soll. Nach der SMS-Geschichte hatten wir ein halbes Jahr gar nichts miteinander zu tun. Funkstille. Maik hat sich komplett aus der Affäre gezogen und ich dachte nur: "Arschloch, bleib mir weg!" Ich habe ihn gestrichen und mich in die Arbeit gestürzt. Außerdem bin ich viel nach Hamburg gefahren, habe da Freunde besucht. Zwischendurch hatte ich dann auch einen anderen Freund.

"Ich hätte nie gedacht, dass es mit jemandem so gut passen kann"

Irgendwann hat sich Maik dann wieder gemeldet, so von wegen: „Ich habe dir schon so viele Mails geschrieben aber keine abgeschickt.“ Aber da war ich gerade mit einem anderen zusammen und habe mich gefragt, was das jetzt soll. Ich habe nicht darauf reagiert, weil mir klar war, wenn ich jetzt damit anfangen würde, dann würde ich meinen Freund im Kopf schon betrügen. Es zeichnete sich aber auch bald ab, dass die Beziehung nicht funktionieren würde. Und am Abend als Schluss war, da habe ich mich bei Maik gemeldet. Als wir uns dann aber angenähert hatten, da habe ich schon zu ihm gesagt: „Jetzt aber mal Hosen runter! Was willst Du eigentlich?“ Ich war einfach noch zu sehr verletzt. Maik war inzwischen von seinem Freund getrennt und er sagte mir, er habe damals die falsche Entscheidung getroffen und sei total in mich verliebt. Seitdem sind wir praktisch zusammen. Ich hätte niemals gedacht, dass es einen Menschen geben kann, der so gut zu mir passt. Es ist einfach unglaublich! Wir ticken einfach sehr ähnlich, sind beide sehr emotional und sensibel. Auch überraschen wir uns gern mal mit kreativen Ideen. Kürzlich habe ich zum Beispiel Maiks Wohnung mit tausend extra dafür gedruckten Flyern tapeziert.

Na ja und vor einigen Wochen, da habe ich ihm einen Heiratsantrag gemacht. Das war für uns schon immer irgendwie ein Thema und wir haben da auch mit meinem besten Freund vor einiger Zeit aus Scherz mal so gesprochen, wer denn dann wohl welchen Namen annehmen würde. Das hat den Stein ins Rollen gebracht… Wir orientieren uns auch beide gerade jobmäßig neu und werden dann zusammenziehen. Irgendwann 2008 dann die Hochzeit. Und ja, dann leben wir quasi die schwule Variante eines heterosexuellen kinderlosen Pärchens. Wir haben zwar auch schon über Adoption nachgedacht. Aber das ist ja sogar schon für Heteropaare sehr schwierig, da mache ich mir keine wirklichen Hoffnungen.

Mit HIV und AIDS habe ich mich schon früher beschäftigt. Ganz besonders, als ich zum ersten Mal beim Test war. In der Woche, in der ich auf das Ergebnis gewartet habe, hatte ich plötzlich Schiss. Ich habe vor meiner Beziehung immer Safer Sex betrieben – bis auf ein einziges Mal. Eine Jungendsünde. Diese Woche warten ist mir endlos lang erschienen. Ich habe mich gefragt, was ist, wenn ich mir bei diesem einen Mal HIV eingefangen habe. Eine gute Freundin hat damals parallel einen Test gemacht, das war wirklich ganz gut. Da konnte ich mit ihr drüber reden. Noch fieser war es aber eigentlich beim zweiten Test jetzt gemeinsam mit Maik. Irgendwie habe ich plötzlich daran gedacht, was wohl passiert, wenn sie damals die Nummern vertauscht haben und ich nun doch positiv bin. Wie würde er damit umgehen? Er hat zwar gesagt, dass das nichts ändern würde. Aber ich denke, wenn man sich dann wirklich damit auseinandersetzen muss, dann ist das was anderes. Dieser Test, der hat mich schon ganz schön aus der Bahn geworfen. Was ich sonst so über HIV weiß, habe ich wohl größtenteils aus den Kampagnen die man so sieht und eben aus der Schule. Und Schwule und AIDS, das war die ultimative Verknüpfung. Für mich stand das Kondom dann eben nie zur Debatte. Ich hatte immer welche dabei. In London fand ich es ganz praktisch, da stehen in allen schwulen Pubs und Discos immer diese Safer-Sex-Packs, Kondom und Gleitgel. Und mit den Leuten, mit denen ich Sex hatte, musste man auch nicht groß darüber diskutieren – im Gegenteil.